Hermann J. Abs, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, am 17. Juli 1941

Weiter unten ein Zitat aus: „Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten“, Reinhard Kühnl, Wiesbaden und Köln, 2000 Papyrossa Verlag, ISBN 3-932412-85-0, S. 314 f. Hervorhebungen in Rot sind von mir.

Zur besseren historischen Einordnung: Am 22. Juni 1941 hatten Wehrmacht und Waffen-SS mit geballter Angriffskraft den Rußlandfeldzug begonnen – völlig unerwartet für die Sowjetunion. Entsprechend konnten Wehrmacht und Waffen-SS zunächst sehr schnell vordringen, den sowjetischen Truppen hohe Verluste zufügen und sehr viele Gefangene machen. Die sowjetische Ostseeflotte wurde im Handumdrehen von deutschen Stukas versenkt, und schon nach wenigen Wochen waren so viele Sowjetpanzer von Stukas oder deutschen Panzerverbänden abgeschossen worden, dass die Sowjets nach Hitlers ursprünglicher Meinung westlich des Urals gar keine Panzer mehr hätten haben können… Zu dem Zeitpunkt war für viele klar, dass der Sieg Deutschlands über die Sowjetunion nur noch eine Formsache sei, so offensichtlich auch für Hermann J. Abs am 17. Juli 1941, rund 3,5  Wochen nach Beginn des Russlandfeldzuges…

Nr. 236 Vortrag von Hermann J. Abs, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, vor dem Handelspolitischen Ausschuß der Reichswirtschaftskammer am 17. Juli 1941

…Auch die Perspektiven, die sich für die deutsche Wirtschaft nach dem Kriege stellen und die auf einen engeren Zusammenschluß aller kontinentaleuropäischen Wirtschaften hinauslaufen, rechtfertigen ja unter außenhandelsmäßigen Aspekten eine Betrachtung, die Kontinentaleuropa dem amerikanischen Kontinent gegenüberstellt. Dabei ist daran zu denken, daß der Begriff Kontinentaleuropa, unter dem man bisher die europäischen Staaten ohne Großbritannien und Rußland verstand, durch die kriegerischen Entwicklungen im Osten eine neue Prägung erhalten wird. Auch die Wirtschaft Rußlands wird zum mindesten in wesentlichen Teilen einem zukünftigen kontinentaleuropäischen Wirtschaftsraum zuzuzählen sein. Welchen Zuwachs dieser Raum dadurch an Erzeugungs- und auch an Verbrauchskraft erhält, ist naturgemäß im gegenwärtigen Stand der Entwicklung gar nicht abzuschätzen.Jedenfalls wird er auch unter dem Gesichtspunkt der Selbstversorgung mit wichtigen Gütern eine weitere Abrundung erfahren…

  1. sei davon auszugehen, daß Deutschland nach dem Krieg Europa beherrscht,
  2. auch Europa ist nach dem Krieg auf USA nicht angewiesen,
  3. der Ferne Osten und Südamerika stehen dem europäischen Export offen …

Längere Auszüge in: Anatomie des Krieges, S. 345-348 (D. Eichholtz und W. Schumann, Berlin 1969)

About belljangler

Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, geb. 16.07.1958 in Waltrop, Kreis Recklinghausen, wohnhaft: Karl-Haarmann-Str. 75 in 44536 Lünen, Tel. 0231 986 27 20
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