Memorandum der Arbeitsgruppe Wirtschaft unter Hermann Göring von Anfang November 1941

Weiter unten ein Zitat aus: „Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten“, Reinhard Kühnl, Wiesbaden und Köln, 2000 Papyrossa Verlag, ISBN 3-932412-85-0, S. 315 f. Hervorhebungen in Rot sind von mir, das Memorandum wurde Anfang November 1941 erstellt – als Rußland für viele schon so gut wie besiegt war.

Nr. 237 Aus dem “Memorandum über die wesentlichen Ergebnisse der Diskussion über die Wirtschaftspolitik und -organisation in den neu besetzten Ostgebieten”, die unter dem Vorsitz des Reichsmarschalls (Anmerkung: Hermann Göring ist gemeint) stattfand, führte zu folgenden Ergebnissen:

A. Allgemeine Grundlagen für die Wirtschaftspolitik in den neu besetzten Ostgebieten

I. Für die Kriegsdauer sind die Bedürfnisse der Kriegsindustrie das höchste Gesetz aller wirtschaftlichen Unternehmungen in den neu besetzten Ostgebieten.

II. Auf lange Sicht werden die neu besetzten Ostgebiete nach kolonialen Methoden und Gesichtspunkten ausgebeutet werden. Die einzige Ausnahme sind jene Teile des Ostlandes, welche auf Befehl des Führers für Eindeutschung vorgesehen sind; aber auch sie fallen unter die unter I. aufgeführten Grundsätze.

III. Der Schwerpunkt für alle Wirtschaftsarbeiten liegt in der Produktion von Nahrungsmitteln und Rohmaterialien. Die größtmöglichen Produktionspreise für die Versorgung des Reiches und der anderen europäischen Staaten sollen durch billige Produktion und Aufrechterhaltung des niedrigen Lebensniveaus erzielt werden. Auf diese Art soll eine Einkommensquelle für das Deutsche Reich eröffnet werden, die es ermöglichen wird, in einigen Jahrzehnten einen großen Teil der Schulden – verursacht durch die Finanzierung des Krieges – zu decken, während der deutsche Steuerzahler soweit als möglich geschont wird, und gleichzeitig der europäische Bedarf an Nahrungsmitteln und Rohmaterialien soweit wie möglich gedeckt wird.

…..

V. Keine beträchtliche Verbrauchsartikel- oder Fertigwarenindustrie darf in den besetzten Ostgebieten gegründet werden. Es ist vielmehr eine Aufgabe der europäischen, besonders der deutschen Industrie, die Rohmaterialien und halbfertigen Produkte, die in den besetzten Ostgebieten hergestellt worden sind, zu bearbeiten und die dringendsten Bedürfnisse der Ostgebiete, die nach dem Vorbild der Kolonialwirtschaft ausgebeutet werden sollen – für industrielle Ware und Produktionsmittel zu erfüllen. Je mehr Artikel des täglichen Bedarfs wir nach Rußland liefern, je mehr Rohmaterialien wir fordern können, desto größer wird der Spannungsunterschied in den Werten, und umso eher werden wir unsere Kriegsschulden abzahlen können.

VI. Eine Belieferung der Bevölkerung mit hochwertigen Verbrauchsgütern kommt nicht in Frage. Man muß im Gegenteil allen auf die Erhöhung des allgemeinen Lebensstandards gerichteten Tendenzen durch die allerschärfsten Maßnahmen entgegenarbeiten….

VII. Das russische Preis- und Lohnniveau ist so tief wie irgend möglich zu halten. Jedwede Störung der ausschließlich auf das Interesse des Reiches abzielenden Preis- und Lohnpolitik wird rücksichtslos verfolgt werden….

II. Übernahme der Anlagen

a) Nach Ansicht des Führers und des Reichsmarschalls kommen Organe des Staates, der Partei oder der Wehrmacht zur Übernahme von Wirtschaftsbetrieben, zu deren Verwaltung sie außerstande sind, nicht in Frage. Vielmehr sollen Anlagen, deren Wiederaufbau erwünscht ist, prinzipiell den Firmen oder den Persönlichkeiten übergeben werden, welche das erforderliche Sachverständnis haben und ähnliche Anlagen besitzen oder in Betrieb haben. Es muss ihnen daher auch die Gelegenheit gegeben werden, aus ihrer Tätigkeit einen angemessenenen Nutzen zu ziehen….

Aus: Weltherrschaft im Visier, S.213 bis 216

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Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka, geb. 16.07.1958 in Waltrop, Kreis Recklinghausen, wohnhaft: Karl-Haarmann-Str. 75 in 44536 Lünen, Tel. 0231 986 27 20
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